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 E-Health
Ersetzt die Smartwatch in Zukunft das Labor?
Nach dem Smartphone haben sich seit einigen Jahren Smartwatch und Fitnessarmband als weitere digitale Super-Devices etabliert, die häufig alles anzeigen – nur nicht die Uhrzeit. Die Fitnesstracker sind Lifestyle geworden: Der persönliche Fitness-Status ist jederzeit abrufbar und online im Wettbewerb mit dem Jogger in der Nachbarschaft zu laufen, ist kein Problem. Damit werden Smartwatches auch verstärkt Teil eines ganzheitlichen medizinischen Versorgungskonzeptes, das die bekannten klinischen und Labordaten um neue Patient Reported Outcomes (PROs) ergänzt.
Vom Fitnesstracker zum Medizingerät
Handelsübliche Smartwatches können heute beispiels- weise die Dauer, Art und Intensität einer sportlichen Aktivität zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Wasser oder auf dem Golfplatz inklusive diverser Vitalparameter in Echtzeit messen. Gekoppelt mit dem handelsüblichen Smartphone mit GPS-Funktion soll der anschließende Leistungsbericht zu mehr motivieren.
Diese modernen Erfassungsgeräte müssen nach der Medizingeräteverordnung erfasst, geprüft und
im besten Fall als Medizingerät zertifiziert werden, damit
sie für die medizinische Versorgung und im Vorfeld auch für die Forschung eingesetzt werden können. Smart- watches von Biomedizintechnik-Unternehmen können dann neben den generellen Tracking-
Messwerten noch weitere zusätzliche Funktionen gewährleisten und in die Behandlung unter- schiedlichster Erkrankung eingebunden werden.
Vitalparameter: Engmaschiges Monitoring
Das digitale Patiententagebuch ist bisher die häufigste eingesetzte Funktion. Hier kann der Patient oder die
Patientin via Smartwatch Medikation und Veränderungen des Gesundheitszustands dokumentieren und so
den Gesundheitsverlauf selbst nachvollziehen. Wirklich
technisch wird es, wenn biometrische Daten wie Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung und Blutdruck unter Real-Time-Bedingungen gemessen werden. Ein
großer Vorteil dieser medizinischen Smartwatches ist, dass sie online und natürlich datenschutzkonform
mit Ärzteportalen verbunden werden können und dem betreuenden Arzt oder der betreuenden Ärztin ein engmaschiges Monitoring auf Distanz erlauben. Die Patientendaten können aggregiert oder detailliert eingesehen werden. Es wird eine wesentliche Grundlage zur telemedizinischen Fernbehandlung gelegt.
Medizinische Versorgung digital ergänzt
Die Tatsache, dass die Patient*innen damit zu einem Teil die Datenhoheit über seine elektronische Patientenakte erhält, wird aktuell von ärztlicher Seite stark diskutiert.
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